Das atmende Akkordeon

Woran liegt es, wenn Musik gut klingt?

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, wie unterschiedlich ein und dasselbe Instrument klingen kann. Musik ist nicht gleich Musik. Interpret ist nicht gleich Interpret. Akkordeonklang ist nicht gleich Akkordeonklang. Richtig? Wie kommt es, dass unser Ohr der Musik eines Musikers viel lieber lauscht, als der eines Anderen? Worin besteht der Unterschied und was ist denn das Geheimnis guten Klangs?

Ohren sind ein bemerkenswertes Sinnesorgan. Es sind unsere Antennen. Fein und differenziert ist das Spektrum, mit der wir Frequenzen wahrnehmen, aufnehmen und auch filtern können. Klangwellen umrahmen unseren Kopf, wo unsere Hauptsinnesorgane gut positioniert sind und schlüpfen von dort hinein in unser Innerstes. Töne und Geräusche zwirbeln tanzend in unsere Hörmuschel und lösen vielfältige Gefühlsvariationen in uns aus.

„Dein Ton macht die Musik.“

Musik ist die Königswelle

Auf ihrem Klang surfen wir, wenn unsere Ohren sich wohl fühlen. Tun sie das nicht, liegt es an der ankommenden Frequenz oder am aufkommenden Wetter; oder an zu flachen Wellen, zu starken Böen; oder auch zu lautem Getöse. Es schwingt einfach nicht mit uns, es klingt einfach nicht! Wir stranden schliesslich, unerfüllter Dinge und warten auf die nächste Welle…

Aufschwung und Jubel dagegen geniessen wir, im richtigen Flow auf akustisch reizvollen Surfbrettern, auf einer perfekten Schallwelle mit einer perfekt passenden Frequenzstärke, wenn… die Musik uns bewegt, atmet und der so erzeugte Klang sich schwingend entfaltet, das Ohren sich weit öffnet und sich in unserem Wahrnehmungsapparat richtig schön ausbreiten möchte. Bis in das Herz. Um dort ein Gefühl von ästhetischer Harmonie auszulösen. Ein Lächeln in den Ohrmuscheln zu erzeugen. Willkommen, guter Ton!

Sonst schalten wir jedoch – besonders bei Ebbe – ganz schnell ab, wenn uns also Frequenzen nicht behagen. Wir machen zu, wenn Schwingungen unangenehm sind. Wir hören nicht hin, wenn Gehörtes flach, spröde oder ruppig ist. Unser feiner Hörsinn regelt für uns, ob wir uns hingeben oder abwenden. Jeder kennt das, aus alltäglichen Kommunikationen mit Mensch, Natur, Stimme, Tonfall, Musik und Worten.

Wie atmest du?

Ungünstiges Atmen geschieht beispielsweise bei Aufregung: wir stoppen unseren Atem, halten ihn zu lange an, atmen an ungünstigen Stellen. Oder wir Erdrücken, unterdrücken Wort, Dynamik und Ton. Halten an oder unterbrechen. Räuspern oder husten. Verlieren die Konzentration auf den eigentlich gewünschten Ausdruck. Dann wackelt der Ton, platzt zu stark raus, verschwindet, wird klein oder geht gar ganz unter. Vor Atemnot vergisst man vielleicht sogar, was man sagen wollte. Auch in der Musik! Du kennst das?

Luft & Liebe

Tipp: Atem ist Spannung – Pause – Entspannung. Was dir immer hilft ist, das wirklich einfachste und zugleich alles entscheidende Prinzips des entspannten Atmens. Musik ist Erzählung. Musik ist Kommunikation und universelle Sprache. Atem ist das Fundament, die Basis, auf der Musik zum schwingen gebracht wird. Einatmen, Atempausen, Ausatmen, Einatmen: Strömen, zurücknehmen, akzentuieren, modulieren. Luft und Liebe als Geschenk deiner Musik. Für dich, für Freunde, für ein Publikum.

„Atmung verstärkt die Musik in dir !“

Diese natürlichen Regulatoren sorgen für ein sofortiges Wohlgefühl, Aufmerksamkeit und behaglichen Wohlklang. Gute Redner beherrschen den Umgang mit Ton, Atmung, Volumen, Frequenz und Stimmung. Sie kommen gut an, beim Publikum oder kommen eben manchmal auch nicht gut an. Beobachte es selbst einmal. Schau dir Interpreten an, höre ihnen aufmerksam zu und beobachte, was deine Ohrmuscheln dabei tun möchten. Gehen sie auf, nehmen sie das Klangrauschen auf und wollen es in dir verstärken? Stellen sich die Ohren ein, richten sie sich auf wie bewegliche Antennen und saugen die ankommenden Frequenzen in sich hinein? Oder klappen sie zu, um vor unerwünschten Hineindringen zu schützen?

Die Kunst des (Zu)Hörens

Hör genau hin! Wie geht es dir mit deinen Menschen, wenn du sprichst, lachst, streitest, diskutierst, singst oder atmest? Beobachte, wie du dich fühlst!

Wie erzeugt man guten Klang? Wie verschaffe ich mir oder einem Publikum höhere Aufmerksamkeit? Wie bringe ich mein Instrument zum klingen und schwingen?

Tipp: Das richtige atmen ist das Geheimnis! Das Atmen vor dem Ton, das atmen während des Tons, das pausieren des Atems zwischen den Tönen und schliesslich das atmen nach dem Ton. Atmen, atmen, atmen. Sich zuhören, zuhören, zuhören. Und das individuelle atmen mit dem eigenen inneren Klang in Verbindung bringen!

„Aufmerksamkeit im (Zu) Hören macht den Unterschied.“

Gute Schwingung hebt die Stimmung

Also fangen wir am besten bei uns an. Bleib zunächst bei dir, spüre in dich hinein, höre deinen Atem. Bleibe in Kontakt mit dir, mit deinen Ohren und deinem Atem. Musik ist immer eine Resonanz deines eigenen Fühlens. Wie du deine Musik fühlst, so klingt sie. Das Gefühl fächert sich auf und transportiert Wohlgefühl und Zufriedenheit. Immer zuerst in dir und dann bei deinen Zuhörern. Es entsteht eine natürliche Aufmerksamkeit: Energie folgt der Aufmerksamkeit, sagen die alten Hawaiianer. Der Klang ist im Herzen angekommen und strömt von dort in die Zellen hinein. Edle Kunst, Freude, das Füllhorn schüttet sich aus. Saftig, weich, kraftvoll, lebendig, berührend, satt, vollmundig, klar. Anziehend. Und der Nebeneffekt: Ein schöner Klang!

Welche Klangfarbe ist also deine, mit welchen Frequenzen verbindest du dich gerade, welche Interpreten liegen dir und wie kannst du selbst darauf achten, mehr Gehör zu finden und wie gelingt es dir, gemeinsam mit deinem Ton zu schwingen. Als Musiker, Interpret, Redner, Sänger, Lehrer, Freund, Partner… oder Akkordeon-Spieler!

Das atmende Akkordeon

In vielen Musikstilen zuhause, geliebt und verkannt. Ein klangvolles, fühlendes und emotionales Instrument. Der Ton mit Luft und (Blase) Balg nach Belieben differenziert und zum Schwingen gebracht. Ein Klang der berührt und glücklich macht. Ein atmendes Instrument, lebendig und herzvoll. Ein Blasinstrument versehen mit Knöpfen, Tasten und Registern. Am Herzen gespielt und vor allem mit Herz gespielt ist Wohlklang, wer das Geheimnis kennt!

Tipp: Achte auf die Zwischentöne und auf das Atmen zwischen deinen Tönen. Schule deine Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit. Stehe zu deiner eigenen Wahrnehmung und verneige dich vor ihr. Traue deiner Stimme. Kopiere nicht, suche nach deinem eigenen Klang. Finde und erzeuge Qualität. Schöpfe aus dir selbst. Alles ist in dir vorhanden. Sonnige Töne. Schwingende Musik. Lebendige und atmende Töne. Kreative Möglichkeit. Anziehende Dynamik. Wundervoller Klang. Jeder trägt etwas ganz besonderes in sich!

„Schenke dir selbst und deinen Zuhörern den Klang deines Herzens.“


Wenn du mehr erfahren möchtest über die Kunst des guten Klangs, folge gerne diesem Blog oder weiteren Beiträgen, Workshop Angeboten oder komm ins Creative Atelier Berlin. Erfahre wie du dich ganz leicht, mit deinem Instrument und dir selbst, verbinden kannst. Um wirklich schön und interessant zu klingen!

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